Seltene Formen des Diabetes mellitus
Leitung des Arbeitsbereichs:
Prof. Dr. med. Dirk Müller-Wieland
d.mueller-wieland@asklepios.com
I. Medizinische Abteilung des AK St. Georg
Institut für diabetologische Versorgungsforschung
der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH
Lohmühlenstraße 5
520099 Hamburg
Tel.: +49 (0) 40 / 1818 85 3024
Fax: +49 (0) 40 / 1818 85 3029
Mitarbeiter/innen:
Dr. med Barbara Sawitzky-Rose
Dr. med. Susanne Mack
Dr. med. André Burchard
Dr. med Alexandra Willms
Dr. med Christiane Altenburg
Dr. rer. nat. Dr. med. vet. Jutta Haas
Projektbeschreibung:
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sowie Adipositas (Übergewicht) sind kardiovaskuläre Risikofaktoren und wie auch andere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems durch mehrere Faktoren (multifaktoriell) bedingt. Klinische und molekulare Untersuchungen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Erbanlagen bei der Manifestation und dem klinischen Verlauf dieser Erkrankungen eine große Rolle spielen. Dies heißt, dass die genetische Prädisposition festlegt, ob ein Patient die Krankheit entwickelt; Umwelteinflüsse, Alterung etc. hingegen modulieren nur den Zeitpunkt und das Maß der Krankheit. Die genetischen Grundlagen dieser multifaktoriellen Erkrankungen sind außerordentlich komplex. Ein Grund für die Schwierigkeiten der Analysen ist, dass das klinische Bild dieser Krankheit sehr heterogen ist und letztlich nur über die Höhe einer physiologischen Variablen, z.B. den Blutzucker im Blut, definiert ist. Daher sind die meisten untersuchten Patientenkollektive klinisch und pathogenetisch extrem heterogen. Dementsprechend sind bis heute im Wesentlichen nur Erbdefekte seltener klinisch gut charakterisierter Krankheiten beschrieben worden. Bei Erkrankungen, wie dem Diabetes mellitus Typ 2 hingegen, sind nur einzelne Gene in geringen Subkollektiven gefunden worden. Wurden diese genetisch charakterisierten Patienten klinisch genau nachuntersucht, zeigten sich pathognomonische Charakteristika, die damit eine klinische Subklassifizierung mit spezifischen Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie ermöglichten.
Mit dem Projekt sollen frühe Veränderungen im Stoffwechsel erkannt werden, um Hochrisikoindividuen noch vor der Ausprägung der Erkrankung mittels neuer Biomarker zu identifizieren (Prävention) und um neue spezifische Ansatzpunkte der medikamentösen Intervention (Therapie) zu entwickeln. Es werden verschiedene Kohorten von Probanden sein, mit verschiedenen Formen der Insulinresistenz, die aber noch keinen Diabetes haben. Die Probanden haben ein relativ hohes Risiko (> 50%) im Laufe ihres Lebens einen Diabetes zu entwickeln. Deshalb kann an diesen Betroffenen die Entstehung der Insulinresistenz, die damit verbundenen Veränderungen des Fettstoffwechsels und ihre Bedeutung für die Entstehung des Diabetes in Abhängigkeit vom genetischen Hintergrund und der Umwelteinflüsse untersucht werden.
Die Kenntnis dieser klinisch relevanten molekularen Grundlagen wird zukünftig eine individuelle Risikostratifizierung ermöglichen und damit ein Meilenstein bei der Prävention dieser Volkskrankheit darstellen.
Kooperationen:
Dr. B. Knebel, Deutsches Diabetes Zentrum, Düsseldorf
Dr. J. Kotzka, Deutsches Diabetes Zentrum, Düsseldorf